Schreibzeitplan: mehr schreiben ohne Abgabestress

Schreibzeitplan: mehr schreiben ohne Abgabestress

Sie haben sich vorgenommen ein Buch oder eine längere wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Sie wissen aber nicht, wie Sie diese Aufgabe bewältigen sollen? Ein Schreibzeitplan kann Ihnen helfen.
Hätte ich nur mehr Zeit zum Schreiben … Ein Wunsch vieler Studierender, Autoren und Universitätslehrer, aber auch vieler Journalistinnen und Journalisten, die neben der redaktionellen Tätigkeit ein Buchprojekt vorantreiben wollen. Für die einen ist das Schreiben (beispielsweise eines Romans) ein Traum, den sie irgendwann verwirklichen werden, oder auch nicht. Für die anderen gehört Schreiben zum Berufsalltag, das neben vielen anderen Aufgaben bewältigt werden muss.

Von Lehrenden an Universitäten wird erwartet, dass sie neben ihrer Unterrichtstätigkeit regelmäßig wissenschaftlich publizieren. Studenten müssen im Laufe ihres Studiums viele schriftliche Arbeiten vorlegen. Sowohl für Studenten als auch für deren Lehrer hängt das Vorankommen an der Universität auch davon ab, ob und wie viel sie schreiben.

Regelmäßiges Schreiben als Schlüssel zum Erfolg

Der amerikanische Psychologe Paul Silvia beschreibt in seinem Buch How to Write a Lot: A Practical Guide to Productive Academic Writing seinen Zugang zum Thema. Er geht davon aus, dass tägliche Schreibsessions (außer an den Wochenenden) unumgänglich sind, wenn man langfristig produktiv sein will. So beschreibt Silvia, dass er morgens nach dem Aufstehen zum Computer geht und umgehend mit dem Schreiben beginnt. Er schreibt täglich mehrere Stunden, auch wenn er auf Reisen oder irgendwo zu Gast ist. Seine Unterrichtstätigkeit an der Universität verlagert er in die Mittags- und Nachmittagsstunden. Der Morgen ist und bleibt für das Schreiben reserviert. Silvia lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass für ihn Schreiben eine schwierige und nervenaufreibende Tätigkeit ist.

Schreibzeitplan macht Schreiben zur Gewohnheit

Dennoch gibt es Studien, die belegen, dass Menschen, die regelmäßig schreiben, mit der Zeit auch leichter schreiben. Wer Schreiben zu einem selbstverständlichen Teil des Arbeitsalltags macht, verbessert seine Fähigkeiten, sich schriftlich auszudrücken. Hilfreich ist es übrigens möglichst entspannt zu arbeiten und das Entstehen von Texten als Prozess zu begreifen.

Im Zeitalter der Textverarbeitungsprogramme haben sich auch die Schreibgewohnheiten der Menschen verändert. Texte müssen nicht mehr detailliert im Voraus geplant werden. Mit dem Computer können Sie einfach loslegen und ihre Texte später überarbeiten. Falls Sie unter übermäßigem Perfektionismus leiden, ist es sogar von Vorteil, auf diese spielerische Weise ans Schreiben heranzugehen. Wer Schreiben zur Gewohnheit werden lässt, macht einen großen Schritt in Richtung Produktivität.

Mehrere Schreibprojekte parallel bearbeiten

Ein besonderer Vorteil des Schreibzeitplans liegt darin, dass Sie an mehreren Schreibprojekten parallel arbeiten können. So können Sie beispielsweise morgens an einem Buch schreiben und nachmittags an Artikeln für Zeitschriften oder Blogs. Wichtig ist es, dass Sie Aufgaben und Ziele definieren, dann Ihren Terminkalender zur Hand nehmen und sich überlegen, wann Sie die jeweilige Schreibaufgabe umsetzen wollen. Auch sollten Sie regelmäßig Pausen einplanen, um nicht vorschnell zu ermüden oder gar auszubrennen. Ziel ist es langfristig produktiv zu sein und das Schreiben als selbstverständlichen Teil in den Alltag zu integrieren.

Was Sie für Ihren Schreibzeitplan brauchen

Sie benötigen einen Kalender, in dem Sie alle Ihre Termine notieren, und die Zeiten, die Sie Ihren Schreibaufgaben widmen wollen, festlegen. Am besten, Sie überlegen sich am Sonntagabend oder am Montagmorgen, wie viel Stunden der jeweiligen Arbeitswoche Sie mit Schreiben verbringen werden und halten sich daran.

 

Buchtipps

How to Write a Lot: A Practical Guide to Productive Academic Writing. Lifetools: Books for the General Public 2007.
Christian Wymann: Der Schreibzeitplan. Zeitmanagement für Schreibende. UTB GmbH 2015.